#6 

Viaje a México

Für meinen Visa-Run (Erneuerung des 90 -Tage Touristen Visas in Guatemala) bin ich über die mexikanische Grenze gereist.

Der Bundesstaat Chiapas im Süden Mexikos grenzt an die Nordwestliche Grenze Guatemalas. Von Panajachel aus dauerte die Busreise nur 7 Stunden und wir erreichten die Kolonialstadt San Cristóbal de las Casas. Das Gebiet von Chiapas war während der Kolonialzeit von Guatemala aus regiert. Das ist in vielen Dingen greifbar, wenn man die Augen offen hält: die Maya-Bevölkerung, mit ihren ähnlichen Trachten und der eigenen Maya-Sprache, den typischen Gerichten und dem Stadtbild San Cristobals, das an die guatemaltekische Kolonialstadt Antigua erinnert. Gleich wie in Guatemala, ist auch hier die indigene Bevölkerung von den spanischen "Conquistadores" stark unterdrückt worden - und wird dies auf vielen Ebenen noch heute. Die Stadt wurde Ende der 1990er Jahren zum Zentrum der Bewegung des "Zapatismo", die Gruppe, die einen Aufstand gegen das damals herrschende Regime wagte und mehr Rechte für die indigene Bevölkerung einforderte. 
Am Donnerstagabend entdeckten Mario, Hannah und ich ein alternatives Kulturzentrum und schauten da einen Dokumentarfilm zu den Geschehnissen dieser Zeit und dem ungelösten Konflikt, der bis heute die ungleichen Rechte der Menschen in dem Staat und deren Ohnmächtigkeit gegenüber dem korrupten Regierungssystem aufzeigt. 

Ein Fünftel der Bevölkerung ist indigener Abstammung, die Tzotzil-Maya (Fledermausmenschen). Ihr kulturelles Zentrum ist San Juan Chamula, ein Dorf nahe San Cristobal. Wir besuchten den Ort gerade zu einem spannenden Zeitpunkt! Im Rahmen der Semana Santa finden viele Rituale in der traditionellen indigenen Kirche des Ortes statt.  An einigen Tagen finden beispielsweise Opfergaben durch Schlachtung von Hühnern oder Lämmern statt - dies haben wir jedoch nicht miterlebt. Das Betreten dieses heiligen Ortes war aber dennoch eine bleibende Erfahrung! In der Kirche gibt es keine Kirchenbänke und keine Bilder oder Wandmalereien. Der Boden war mit Kiefernnadeln und Reisig bedeckt, die Luft war geschwängert von Weihrauch und lautem Stimmengewirr. An diversen Stellen fanden Privatzeremonien statt, sodass man sich nur langsam einen Weg durch den Innenraum bahnen konnte: Tausende Kerzen wurden angezündet, Blumen stapelten sich überall und Palmwedel wurden kunstvoll verwoben und als Symbol der Semana Santa verkauft. Es hatte unglaublich viele traditionell in Schaaffell gekleidete Leute; während einige Frauen mit Schleiern still und regungslos auf dem Boden knieten und beteten, wuselten andere mit Essen und Opfergaben in der Menge umher. Männer verteilten mit Blütenblättern aromatisiertes Wasser "zur Reinigung der Seele". Nur die mutigen von uns trauten sich davon zu probieren... Fotografieren ist in der Kirche übrigens strengsten verboten und wird mit hohen Bussen gestraft!

Ein weiteres Erlebnis mit unglaublich vielen bleibenden Eindrücken war der Ausflug zum "Cañón del Sumidero", einem Fluss am Fusse eines Canyons mit bis zu 1000 m hohen Felswänden auf beiden Seiten. Wir sahen viele verschiedene Vögel, Spidermonkeys und Süsswasserkrokodile. Das Highlight war nebst dem floating Kiosk mitten auf dem Fluss, wo man frisch geschnittene Mango an Ketchup- und Chilisauce kaufen konnte, definitiv unser Tourguide, der die "Affensprache" perfekt beherrschte und so mit den Tieren kommunizieren und sie zu unserem Boot locken konnte! Und natürlich die eindrücklichen geschichtlichen Inputs, wie dem Massenselbstmord durch Hinunterstürzen der Klippen, den hunderte Frauen und Kinder des Volkes der Chiapas begangen, um sich der Versklavung der Conquistadoren zu entziehen. 


Ebenfalls spannende Hintergrundinputs erhielten wir auf der Free Walking Tour an unserem ersten Tag in der Stadt. Kan nich übrigens nur empfehlen, um sich einen ersten Überblick an einem neuen Ort zu verschaffen und wertvolle Tipps von locals zu erhalten!
Mit Mario folgte ich dem spanischen Tourguide, die anderen schlossen sich der englischen Gruppe an. Zwar nicht 100 % dem Inhalt folgend, war ich dennoch sehr froh, mich dieser Gruppe angeschlossen zu haben, denn unser Guide "Canga" wusste unglaublich viel über den Ort, seine Leute und deren vielfältige Geschichte. Ausserdem hatte er spannende Stories seiner spirituellen Zeremonien und Hippie-Events zu erzählen, zu einem derer wir am Ende auch eingeladen wurden, aber dankend ablehnten :) Auf unserer Tour kamen wir im Zapatistenviertel an vielen Murals vorbeit, einige mit stark politischen Aussagen. Wir blieben vor einer Mauer stehen, auf der Guerillakämpfer mit Maiskolben-Pfeilen, das Coca Cola Logo bekämpften. In einigen traditionellen Zeremonien werde Coca Cola als Element verwendet, erklärte Canga, doch dies zu seinem grossen Bedauern. Denn wenn man die Hintergründe der Coca Cola Industrie und deren ausbeuterischen Präsenz in der Gegend kenne, zeigt sich eine ganz andere Wahrheit: von Wasserraub zur Herstellung der Millionen Liter pro Jahr, über eine Abhängikeit der Menschen, die das Getränk schlussendlich für weniger Geld als sie für Trinkwasser ausgeben würden, täglich kaufen und so krank werden (Mexiko: So macht Coca-Cola die Bevölkerung krank – infosperber).

viajeros

¡Conocer a gente de todo el mundo es mi parte favorito de viajar! Esta vez, coincidentemente, conocí a mi compañero de todo el viaje en la frontera de México, en la cola de la oficina de inmigración. 
Yo presento: Mario Lopez, un español que vive en Antigua, trabajando en una organización de personal médico, coordinando a los voluntarios europeos que vienen para sus prácticas. 
Como yo, él necesitaba renovar su visa, y como yo, se quedaba por 4  días en el mismo hostal :) 
Fue un compañero de viaje y de exploración del nuevo lugar muy sympático, y los 4 días juntos pasaron muy rápido con aventuras en la naturaleza, fiesta,  aprendizajes muy interesantes de la cultura y muuucha comida rica!!